PAPPERLAPAPP-Serie „FÜNF FRAGEN AN …“: KATRIN ZELL

Katrin Zell leitet das Referat Sprachliche Bildung der Wiener Kindergärten | MA 10. Sie studierte Angewandte Sprachwissenschaft an der Universität Wien und sammelte bereits als Kindergartenpädagogin viel Erfahrung in einem Bereich, der aktuell besondere Bedeutung hat: Die Sprachförderung und der Umgang mit lebensweltlicher Mehrsprachigkeit. Katrin Zell ist Mitglied des Papperlapapp Expert_innenbeirats.

Frau Zell, warum machen Sie, was Sie machen?
Im letzten Jahr meiner Ausbildung zur Kindergartenpädagogin stand ich vor der Entscheidung: Beruf oder Studium? Und wenn Studium, welches? Plötzlich war da die Idee in meinem Kopf, dass ich beruflich etwas machen möchte, das mit Sprache zu tun hat. Im Laufe der Studienjahre war dann klar, dass mir die Verbindung meiner beiden Interessen wichtig ist – Kinder und Sprache.

Ihr schwerster Rückschlag in Ihrer Laufbahn? Ihr größter Erfolg?
Ganz ehrlich: Dass ich die Aufnahmeprüfung für die Ausbildung zur Logopädin nicht geschafft habe, war ein Rückschlag für mich. Aber es hat dazu geführt, einen anderen Weg zu finden, mir meine beruflichen Wünsche zu erfüllen. Mein größter Erfolg – das weiß ich nicht so genau. Im Laufe der Jahre konnte ich in meinem Aufgabengebiet einige tolle Projekte umsetzen. Besonders freut mich, dass ich ein kleines bisschen dazu beitragen konnte, dass aus der Idee Papperlapapp das Heft Papperlapapp geworden ist.

Im neuen Papperlapapp geht es um die Langeweile. Was verbinden Sie mit diesem zumeist unbeliebten Gefühlszustand?
Ich glaube, dass Langeweile sehr positiv sein kann. Wir können diesen Zustand dazu nützen, unsere Gedanken einfach mal „herumschwirren“ zu lassen. Häufig hilft das, um sich über Dinge klarer zu werden. Langeweile kann auch der Beginn von richtiger Entspannung sein: Und die ist notwendig, um zu sich selbst zu finden. Zeit und Ruhe sind Voraussetzung, damit besonders gute Ideen entstehen können.

Langeweile kann also wertvoll sein. Ist Ihnen manchmal „fad“?
Richtige Langeweile kenne ich eigentlich nicht. Beruflich gibt es immer viel zu tun, und privat genieße ich die Zeit, in der es nicht so stressig ist und ich mich bei einem guten Buch entspannen kann. Ich glaube, auch als Kind hatte ich das Gefühl „Mir ist fad“ nur selten, außer vielleicht bei einer langen Autofahrt. Doch auch hier waren Bücher immer ein guter Zeitvertreib.

Verraten Sie uns ein wichtiges nächstes Ziel, Ihren größten Wunsch für 2017?
Nachdem wir im letzten Jahr die Anzahl unserer MitarbeiterInnen in der frühen sprachlichen Förderung verdoppelt und viele weitere Projekte auf den Weg gebracht haben, wünsche ich mir für 2017 momentan nur etwas mehr Zeit, und vielleicht manchmal ein bisschen Langeweile – für das Entstehen von neuen Ideen.

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